Ab dieser Woche werden wir eine Reihe von Papierverarbeitungen von zwei Künstlerinnen vorstellen: Von Vanessa Lamounier de Assis aus den Niederlanden (geb. in Brasilien) und von der kanadischen Künstlerin Kristi Malakoff.
Erstere schafft Collagen, die sie in Polyester einschließt, aber erst nachdem sie das Bildmaterial aus Hochglanz- und Erotikmagazinen herzhaft malträtiert, zerlegt, vermischt und neu zusammengefügt hat. Beziehungen zwischen Konsum, Schönheit, Sexualität, Lust, Provokation und Unterdrückung werden an- und aufgerührt, stellen sich der ästhetischen und kritischen Betrachtung. Sie raubt ihren Vorlagen persönliche Erkennungsmerkmale, anonymisiert deren Status und konturiert zugleich das Weibliche, wirft allgemeine Fragen, nach Bild und Vorstellung, Destruktion und Stärke auf . . . feministische Hinterlassenschaften werden remobilisiert.
Kristi Malakoff ist von Walter Benjamins „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ inspiriert und sucht in einer Art Widerlegung, diversen repräsentativen Massenprodukten unserer Zeit eine Aura zurückzugeben. Das von ihr künstlerisch geschaffene Unikat korrespondiert mit der Einmaligkeit des verwendeten Dings vor seiner Reproduktion – das Platzieren in einen neuen Kontext bzw. in ungewöhnliche bildliche Situationen schafft eine sinnliche Vielschichtigkeit und provoziert grundsätzliche Reflexionen. Ihre bevorzugten Materialien sind: Photographien, Müslischachteln, Briefmarken, Geldscheine und Tapeten.
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